Selbst führen heisst nicht alles selbst machen.

2 Min. LesezeitAutor: Patrick Thole

Sie könnten die Aufgabe selbst erledigen. Aber Sie wollen Ihre Zeit für etwas anderes einsetzen.

Das ist kein Widerspruch. Ein Unternehmen muss seine Systeme steuern können. Es muss nicht jeden Handgriff selbst übernehmen.

Können ist nicht müssen

Ein Benutzerwechsel zeigt den Unterschied. Jemand legt den Zugang an oder entzieht ihn. Jemand anderes entscheidet, welche Rechte zu dieser Aufgabe gehören. Die Ausführung lässt sich abgeben. Wer freigibt und wer die Änderung prüft, muss trotzdem klar sein.

Beim Backup stellt sich dieselbe Frage: Wer kontrolliert die Sicherung, wer prüft den Wiederherstellungsweg und wer klärt eine Fehlermeldung? Eine Aufgabe abzugeben reicht nicht. Es muss erkennbar sein, welche Verantwortung mitgeht und welche im Unternehmen bleibt.

Gute Entlastung macht die Arbeit leichter. Nicht die Verantwortung unsichtbar.

Die Wahl muss praktisch möglich bleiben

Ein Vertrag kann den Ausstieg beschreiben. Die Systeme müssen ihn ermöglichen.

Dazu gehören Zugänge unter eigener Kontrolle, nutzbare Daten und aktuelle Dokumentation. Ein anderer qualifizierter Betreiber muss damit weiterarbeiten können. Nicht erst rekonstruieren, was nur eine Person wusste.

Das zeigt sich auch bei einer Störung. Findet eine Vertretung die betroffenen Systeme, den letzten dokumentierten Stand und den vereinbarten Weg zur Hilfe? Oder läuft jede Frage wieder bei derselben Person zusammen?

Auch der Rückweg gehört dazu. Was Sie wieder selbst übernehmen wollen, lässt sich abgrenzen und geordnet zurückgeben. Was jemand anderes weiterführt, lässt sich übergeben.

Die entscheidende Gegenprobe lautet deshalb nicht: Erledigen wir alles selbst?

Sondern: Können wir noch anders entscheiden?

Das gilt auch für DD

Wenn ich mit einem Unternehmen Systeme aufbaue oder vereinfache, soll es sie weiterführen können. Ob es einzelne Aufgaben oder den vereinbarten Betrieb trotzdem an DD abgibt, ist eine weitere Entscheidung. Was übernommen wird, steht vorher fest.

Biete ich den Betrieb selbst an, bin ich bei dieser Auswahl Anbieter. Eine unabhängige Anbieterbeurteilung ist eine andere Rolle.

Autarkie verlangt nicht, dass jede Arbeit wieder auf Ihrem Tisch landet. Sie verlangt, dass die Wahl bei Ihnen bleibt.

Aufgaben abgeben. Die Wahl behalten.

Patrick Thole, Disruption Dynamics, Zürich
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