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Ihr Backup existiert. Können Sie damit weiterarbeiten?

Ein Backup kann korrekt erstellt sein und trotzdem nur einen Teil der Arbeit sichern. Das ist kein Widerspruch. Es zeigt, dass zwei verschiedene Fragen oft unter demselben Namen geführt werden.

Was wurde gespeichert?

Und kann die Arbeit daraus wieder aufgenommen werden?

Die erste Frage betrifft den Bestand. Die zweite betrifft die Handlungsfähigkeit.

Eine Kopie ist noch kein Wiederanlauf

Ein Code-Repository bewahrt, was gebaut wurde. Ein Datenexport hält fest, was im System gespeichert war. Eine Dateisicherung schützt Dokumente und Anhänge.

Keiner dieser Teile trägt das System allein.

Der Code kennt nicht automatisch den aktuellen Datenbestand. Die Daten erklären nicht zwingend ihre Beziehungen. Benutzerkonten bringen noch keine Rollen und Rechte zurück. Verbindungen zu anderen Diensten funktionieren erst, wenn Zuständigkeiten, Freigaben und Zugangspfade wiederhergestellt sind.

Jeder einzelne Teil kann vorhanden sein. Das Ganze kann trotzdem noch nicht arbeitsfähig sein.

Fünf Teile müssen zusammenfinden

  1. Code und Baukonfiguration. Dazu gehören der richtige Stand, Abhängigkeiten und die Angaben, mit denen das System wieder aufgebaut werden kann.
  2. Strukturen, Identitäten und Rechte. Datenfelder, Beziehungen, Benutzerrollen und Zugriffsregeln bestimmen, was die gespeicherten Inhalte bedeuten und wer damit arbeiten darf.
  3. Geschäftsdaten und Dateien. Auch Beziehungen, Anhänge und die Verbindung zwischen Datensätzen müssen nachvollziehbar bleiben.
  4. Verbindungen und Zugänge. Passwörter und Tokens gehören nicht in einen gewöhnlichen Export. Es muss aber klar sein, welche Verbindung existiert, wem sie gehört und wie sie sicher neu autorisiert werden kann.
  5. Wiederaufbau und Nachweis. Eine Anleitung ist hilfreich. Ein erfolgreich durchgeführter Test zeigt, ob sie trägt.

Erst zusammen bilden diese Teile einen Weg zurück zur Arbeit.

Der Rückweg ist der eigentliche Test

Der erste Versuch gehört nicht in die Produktion. Er gehört in eine isolierte Umgebung.

Dort lässt sich prüfen, ob Datenmengen stimmen, Beziehungen erhalten bleiben, Dateien gefunden werden, Rollen korrekt greifen und die wichtigsten Abläufe funktionieren.

Ein Wiederanlauf beim bisherigen Anbieter beantwortet eine wichtige Frage: Lässt sich das System auf dieser Plattform zurückbringen?

Er beantwortet noch nicht die zweite: Kann ein anderes Team oder eine andere Umgebung die Arbeit übernehmen?

Dafür braucht es einen neutralen Test ausserhalb des bisherigen Anbieters. Nicht als Alarmübung, sondern als sachlichen Nachweis der eigenen Bewegungsfreiheit.

Fünf ruhige Fragen

  1. Ist klar, wo der aktuelle Code und seine Baukonfiguration liegen?
  2. Lassen sich Daten, Beziehungen und Dateien gemeinsam wiederherstellen?
  3. Sind Eigentümer, Rollen und Zugriffsrechte dokumentiert?
  4. Gibt es ein Verzeichnis der Verbindungen und einen sicheren Weg zur erneuten Freigabe?
  5. Wann wurde zuletzt wirklich zurückgespielt und was wurde dabei geprüft?

Unvollständige Antworten machen ein vorhandenes Backup nicht wertlos. Sie zeigen, welcher Teil als Nächstes geklärt werden sollte.

Ein Backup zeigt, was gespeichert wurde. Ein getesteter Wiederanlauf zeigt, ob die Arbeit zurückkommt.

Patrick Thole, Disruption Dynamics, Zürich
disruption-dynamics.ch